Sonntag, 21. Oktober 2007

Malaga (Seminar)


So. ihr wundert euch bestimmt, wieso ich so eine witzige Mütze auf dem Kopf habe...
ich dachte, bevor ich mich nochmal von irgendwelchen Dieben ausrauben lasse, zieh ich mir lieber ne Mütze über den Kopf, um nicht gleich als blonde deutsche erkannt zu werden. Es hat auch echt gut funktioniert und ich bin inkl meinen 20€ in der Tasche klasse am Flughafen angekommen...wenn man mal von der 30Minuten Zugverspätung absieht.

Wow. Das war jetzt mein erster wirklicher Alleine-Flug, ohne dass mich jemand auf den Flughafen gebracht hat : -)
Diesmal ohne Oma nebenan, aber dafür saß ein Killerspielkind neben mir.
Ich bin mit gemischten Gefühlen nach Malaga geflogen, weil ich von dem deutschen Seminar etwas unmotiviert war. Und es in Deutschland echt super langweilig war.
Der Flug war toll, außer die Landung, fliegt niemals ohne Nasenspray und mit Schnupfen. Das ist der Hammer. Ich wusste nicht, dass ein Druck so arg weh tun kann.
Ich wurde vom Flughafen abgeholt. Nach einer Stunde fahrt waren wir dann in Mollina, wo der Seminar stattgefunden hat. 70km von Malaga - und ja, ich habe nichts von Malaga gesehen, außer den Flughafen. :-(
Auf dem Seminar waren insgesamt 94 Freiwillige. Darunter super viele deutsche. Dann noch einige Franzosen, Litauer, Polen, Italiener, Österreicher, ... (auf dem Bild mit dem Plakat, seht ihr unsere tolle Gruppenarbeit über Katalanien)
Mal wieder eine „die Welt ist so klein Geschichte“: Habe ein Mädel, Jana, kennengelernt, aus Günzburg, sie kennt einige aus Langenau und Johannes aus Konstanz habe ich mal vor ein paar Jahren auf einem Seminar vom LSBR getroffen. Wir waren dann so eine deutsche 4er Clique, mit Nikolas aus Heidelberg. Echt ganz coole Leute. Es ist einfach super beeindruckend, weil wir ja alle das gleiche Ziel haben, aber von ganz verschiedenen europäischen Ländern kommen und doch irgendwie alle einem gleichen Schlag angehören.
Achja, unsere Unterkunft, das war mal so richtiges Ferienfeeling. Wir wohnten in kleinen Bungalows mit Palmen, eine klasse Anlage. Das Wetter ließ uns dann auch nicht im Stich und so konnten wir dann immer in den Pausen super schön unter Palmen und der Sonne chillen.

Ja, also was haben wir eigentlich so zwischen den Pausen gemacht? Kennenlernspielchen natürlich, mit Ball werfen, Kugellager und all diesem pädagogischen Krimskrams. Dann Workshops zu verschiedenen Themen des evs, was man rechtlich alles wissen muss, etc. Rollenspiele natürlich auch und Gruppendynamiktraining ...
Achja, und einen Mittag hatten wir Kochkurs. Das war auch echt spannend. Und an einem andern Tag sind wir in die Berge gefahren, um da so ein bisschen rumzulaufen. Die Berge sind vor vielen Millionen Jahren durch das Meer so geformt worden. Sieht total schön aus.

Nach den Workshops sind wir dann immer noch was trinken gegangen. Einmal wurde uns sogar ein selbstgebrannter Schnaps angeboten, den wir Mädels dann an die Jungs abgegeben haben und das hochprozentige Zeug hat die Kerle dann dementsprechend verblasen. Wir hatten einen ziemlich lustigen Heimweg.

Am letzten Abend waren wir dann noch alle zusammen essen. Das war echt der absolute Luxus. 5 Gänge Menü mit Wein (das Bild ganz unten, da ist Johannes rechts und Nicolas mit dem Wein zu sehen). Der absolute Hammer.
Als wir dann um 1 rum heimgekommen (eher gekugelt) sind, beschlossen wir, noch den Pool unsicher zu machen. Wir stiegen über den Zaun und veranstalteten einen Wasserbombenkontest- nachts um 2 unter einem wahnsinns Sternenhimmel. Ganz schön kühle Angelegenheit so im Nachhinein, aber es war super lustig.
Ja und dann hat es sich nicht mehr gelohnt ins Bett zu gehen. Wir haben noch bis morgens um halb 7 super spannende Gespräche geführt und sind dann in den Bus gestiegen, um nach Hause zu fahren.
Ich hoffe, dass wir den Kontakt halten können und uns auch mal gegenseitig besuchen können. Wir haben schon ausgemacht, dass wir vielleicht mal ein langes Wochenende zu Johannes nach Gran Canaria fliegen! : -) So im Winter... schöne Vorstellung.
Ich bin dann leicht übermüdet heimgeflogen und eine typisch spanische Heimfahrt von Barce nach Lleida gehabt.

Am Flughafen ist der Zug zum Hauptbahnhof nicht gefahren, da fuhren einfach keine Züge. Ich musste dann in einer riesigen Schlange eine geschlagene Stunde auf den Bus warten, der dann durch ganz Barce an den Hauptbahnhof gefahren ist. Ja, dann habe ich zum Glück noch meinen Anschlusszug bekommen. Da kann sich die deutsche Bahn mal was abschneiden. In den spanischen Zügen also in den "ICEs" hat es Bildschirme, jeder bekommt Kopfhöhrer und es werden Filme gezeigt. So lässt sichs reisen, auch wenn der Zug dann 20 Minuten Verspätung hat.


Ich habe mich dann noch mit Noe und Caro getroffen und bin danach ins Bett gefallen. Heute (Sonntag) haben wir unser Wochenend-Kochen veranstaltet. Sehr schön.


Habe gehört, dass es bei euch geschneit hat. Wow. Das kann ich mir echt gerade nicht vorstellen. Hier ist es zwar kühler geworden, aber es sind trotzdem noch so um die 22°C

Achja, mein Spanisch läuft.. verstehen geht schon recht gut. Sprechen holpert noch vor sich hin...


Also ihr Lieben, machts gut und ich wünsche euch einen tollen Wochenstart!









Sonntag, 14. Oktober 2007

Bergtour

Nur ganz kurz ein paar Fotos von unserem Wochenende in den Pyrenäen:

Wir hatten super Wetter und haben in einem kleinen Dorf mit ca 150 Einwohnern geschlafen. Total in den Bergen gelegen und super am Ende der Welt.
Aber der Sternenhimmel war gigantisch, wir haben ganz schön lange nach dem großen Wagen suchen müssen, weil es soooo viele Sterne am Himmel gab. Echt krass.

Auf dem Bild links oben seht ihr ein Frauengesicht aus Stein. Dazu gibts natürlich auch eine Legende. Von wegen, sie war die Tochter vom König und ein Typ hat sich in sie verliebt... und hat sie dann mal schnell in den Stein gemeiselt, um ihr zu zeigen, wie stark er doch ist...

Das war der erste Tag zum Einlaufen zwei Stunden...

Abends waren wir dann noch so richtig bürgerlich essen, sodass es am Morgen um 12 gleich losgehen konnte.
5 Stunden Tour stand auf dem Programm.
Hoch zu einem Stausee.

Es ist echt super klasse, dass wir einfach so mal mitten im Oktober mit T-Shirt auf 2000m rumgurken können, ohne dass es kalt wird.

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Auf dem Bild hier sind wir super motiviert vor unserm Auto und gespannt auf die Tour, die uns erwartet, weil man weiß ja nie, was Spanier denn so unter wandern verstehen...


Wir haben die Zeit voll und ganz genossen, nur laufen Spanier erstmal immer, aus Prinzip, mindestens 20 Meter in die falsche Richtung, bis sie dann doch entschließen, dass es besser ist, wenn man doch in die andere Richtung geht...
:) anfangs gewöhnungsbedürftig, dann nur amüsant.




Und auf dem Heimweg sind wir dann noch bei einer Schoki-Fabrik vorbeigefahren- Paradies! :)
Sag ich euch! der Hammer.

Leider hatte ich jetzt nicht so viel Zeit euch noch mehr Einzelheiten zu erzählen.
Aber bald gibt es mehr Fotos.



Jetzt werdet ihr wahrscheinlich ne gute Woche nichts von mir hören, weil ich in Malaga (trommelwirbel) bin. :)
Liebe Grüße, passt auf euch auf!

Dienstag, 9. Oktober 2007












Hallo ihr Lieben, nun endlich, der verspätete Wochenbericht.
Gleich Anfang der Woche, ein herber Schlag für alle Stuttgart Fans am Dienstag Abend.

Wir waren in einer Fußball-Bar und haben da zu fünft, in Mitten vieler Barce Fans, mitgefiebert. Es war schon ein wenig deprimierend, als die dann angefangen haben, Barca Lieder zu singen und naja, spätestens ab da mussten wir uns dann als echte Stuttgartfans outen. Auf dem Foto seht ihr Hannes voll konzentriert auf die Leinwand starrend.





Wir haben das Wochenende auf der Burg eingeläutet und waren dort was trinken. Total schön da. Man hat einen super Ausblick auf die ganze Stadt.




Samstag waren wir morgens auf dem Markt, ganz ohne Verfolgungsjagd. Sind danach zu mir heim gegangen und haben zusammen Pasta gekocht und den ganzen Mittag gequatscht.
Abends dann Erasmus WG Party. War super nett mal wieder alle zu sehen.

Sonntag haben wir alle erstmal ausgeschlafen und sind dann an den Fluss. So richtig cool mit Bikini, Sonnenbrille und Handtuch. Totales Sommerfeeling.
Ja, wie ihr seht gibt es nicht sehr viel zu berichten.

Diese Woche ist etwas kürzer als sonst, wir haben am Freitag Feiertag und wir sind gerade fleißig am Planen, was man denn mit so einem langen Wochenende anstellen kann...

Ganz liebe Grüße, machts gut und lasst mal was von euch hören!
Achja, das Radler schmeckt hier außerordentlich gut. :)
Die machen das mit Fanta und Bier. Super lecker.

Montag, 1. Oktober 2007





So. dieses Wochenende ist wieder viel passiert. Ich dachte, jetzt wird’s dann bald langweilig, aber -Irrtum-

Samstag und Sonntag war Fiesta vom heiligen Michael. Iris und ich haben uns mit einer echten Spanierin verabredet, um auf das Fest zu gehen.
Achja, ich sollte euch noch kurz erzählen, wer denn eigentlich Iris ist. Ich habe sie gleich bei der ersten Party, als ich in Spanien angekommen bin, getroffen. Sie ist super nett und wir verstehen uns echt klasse. Sie ist nicht so partygeil wie die ganzen Erasmusleut und das ist ein super Ausgleich, da wir dann auch mal morgens was unternehmen können. Sie ist 24, studiert Spanisch, Deutsch und Erdkunde und studiert in Deutschland normalerweise in Tübingen und kommt ursprünglich aus Niederstotzingen. Ja, die Welt ist klein.
Also, Fiesta: Total cool. Es waren ganz viele Trommler da, die dann durch die Straßen gezogen sind und getrommelt haben wie die Wilden. Das war total beeindruckend, 80 Trommeln in kleinen Gässchen. Echt gute Stimmung und ein klasse Hall.
Danach war so eine Art „Umzug“ auf der Straße. Iris und ich wunderten uns, wieso die Leute alle Tücher ums Gesicht geschlungen und die Kinder alle Kapuzen auf den Köpfen hatten... als der Umzug dann begann, konnten wir nur noch flüchten. Die Umzügler liefen mit Schnecken und Drachen (die Wahrzeichen von Lleida), manche so groß wie Autos, manche so Fahrradgröße, durch die Straße. Die Figuren sprühten Funken und Feuerwerk aus Mund, Nase und Ohren. Die Geschöpfe fuhren wahllos in die Mensschenmenge hinein. (auf dem Bild seht ihr so nen Funkensprüher...sieht noch ein bissle dramatischer aus, als es ist...)Dann waren noch so Typen, die wie Fahnenschwinger, Funken-sprühende Räder durch die Luft schleuderten.
Jetzt war auch klar, wieso die Leute alle so verhüllt waren, um sich vor den Funken zu schützen. Mh. Landei und so, kann man sich jetzt denken...
Die Jungs und Mädels aus Lleida machen da voll den Hype draus, unter den Funken herzulaufen, wie wenn es ein Springbrunnen mit Wasser wäre.
Die Spanierin, mit der wir da waren, fand das total klasse und war wild dabei, Iris und ich ergriffen sofort die Flucht und schauten uns die Wilden von der Ferne an. Ja, okay. - Ich bin ein Feigling. Aber wisst ihr, wie schnell so Haare und so brennen können... und verkohlte Hannah. Mh. Ich glaub das wäre kein Spaß gewesen.
Das Spektakel endete mit einem tollen klassischen Feuerwerk - zur Entschädigung-.
Achja, was ich auch neu gelernt habe, so Massenbesäufnis in Spanien - is nicht-. Da ist der Alkoholkonsum auf offener Straße verboten. Das kostet 300€ Strafe pro Person. Ziemlich krass.

Iris und ich sind danach noch in eine spanische Bar gegangen.
Wir standen an der Bar und unterhielten uns, als der Bar-Mann einen Typen neben uns freundlich aufforderte zu gehen, da er schon ziemlich betrunken war.
Nach einer Weile sagte der Kellner nochmals zu ihm, er solle die Bar verlassen. Er machte keine Anstalten zu gehen. Dann meinte noch mal der Bar Mann, er solle doch jetzt bitte gehen und dass es heute für ihn hier eh kein Bier mehr gibt. Der Betrunkene sagte etwas zu dem Mann hinter der Bar und der klatscht ihm eine, springt vor die Bar und nimmt den betrunkenen am Kragen. Ich dachte, oh ne... Schlägerei und so, da hab ich jetzt aber nicht so die Lust drauf. 100 % spanisches Temperament, sag ich euch.
Sämtliche Männer in der Bar stehen auf, um sich an der Schlägerei zu beteiligen. Die Frauen bleiben alle sitzen. *g*
Ja, dann haben die sich da n bissle geprügelt, haben den Betrunkenen dann aus der Bar raus und draußen ging die Aktion dann weiter... einige sind aufgestanden, um durchs Fenster dem Ganzen zuzuschauen. Achja, es lief übrigens Fußball, Barcelona spielte, aber das war jetzt für die Spanier total uninteressant.
Nach einer Weile kam der Bar Mann wieder zurück. Hatte richtige Striemen vom Zerren und eine große Wut. Der Bar Mann hatte voll die Muskeln und ich wollte von dem keine mitbekommen,...
Ja, soviel zu meinem Samstag Abend, wir haben dann noch gemütlich unseren Wein ausgetrunken und sind dann heim. Wein ist hier übrigens billiger als Kaffee. Tz.

Sonntag war auch echt spannend.
Nach dem Joggen bin ich mit Iris zum „Es stapeln sich so viele Jungs aufeinander, bis der Turm 10 Meter hoch ist“ gegangen, das sind so Menschentürme, die heißen „Castells“ und sind charakteristisch für katalanische Feste, Symbol der Stabilität und Solidarität der Katalanen...
Dort haben wir auch Noemi und Carlos getroffen. Das ist echt krass, wie die das machen.
Unten auf dem Boden steht die „Pynia“ (das ist katalanisch und heißt Ananas), ganz viele Erwachsene stehen unten und sind wie eine Ananas, im Kreis, aufgereiht und halten sich ganz fest. Dann stapeln die erst die großen, starken und dann die kleinen, dünnen, auf die Schulter, immer weiter aufeinander, bis oben drauf ein kleines Mädel steht. Und dann wird alles wieder abgebaut. Die zittern dann voll, weil das so ein Gewicht ist, das sie aushalten müssen... Schwer zu beschreiben, aber ihr könnt das ja auf den Bildern ein wenig erkennen. UND *Spannung* ich hab einen Film gemacht. Ich höre den Onkel schon sagen, von wegen ruhigem Händchen und so,... na ja, es war mein Erster, okay?

Wir ham uns das ne Weile angeschaut und Carlos meinte irgendwann wir sollen doch mal weiter vor gehen. Na gut. Sind wir halt weiter vor. Dann kam so ein „Hochstapler“ *uh wortspiel- ja, sorry* an und meinte, ob wir kurz helfen können. Ja, mei, kein Ding. Wir sollten in die Pynia stehen und mit halten. Das war echt ein Erlebnis.
Er erklärte uns kurz, wie wir stehen sollten: ein Bein nach vorne, Gewicht gut verteilen, die anderen Leute von hinten umarmen, Kopf auf die Brust und los geht´s.
Die Stapler sind dann über uns drüber gestiegen, um die Stockwerke zu bauen. Die sind da echt krass, meistens steigen sie einem auf die Schulter, manchmal aber auch auf den Kopf oder Rücken. Da mit dem roten Pfeil (ja, den sieht man net so richtig, aber die blonde in grau, unter dem weißen Hintern), das bin ich.
War super anstrengend, weil wir halt immer nach Innen drücken mussten.
Total cool. Als Dank hat der Hochstapler uns dann noch auf die Wange geküsst und war super happy, dass alles geklappt hat. Carlos hat uns dann danach erzählt, wie gefährlich die ganze Aktion eigentlich ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich da mitgemacht hätte, wenn er uns vorher die ganze Geschichte erzählt hätte,...
Gegen Ende ist dann noch ein Turm zusammengefallen. Aber zum Glück war er nur zwei Stockwerke hoch. Iris und ich waren dann noch Kaffee trinken und da saß dann ein Stapler mit nem Eisbeutel auf der Wange. Mh.
Tja das war mein Wochenende.

Hoffe ihr hattet auch Spaß. Liebe Grüße, hannah

P.S.: es ist immer noch ziemlich heiß hier.